Und da sind wir wieder! Wieder daheim, in der Schweiz. Mit allen Koffern – wir können es selbst noch gar nicht glauben. Und wir sind total übermüdet, urlaubsreif und wir frieren erbärmlich. Aber was noch schlimmer ist als die Kälte, das ist die Trockenheit. Nach 95% Luftfeuchtigkeit in Panama sitzen wir nun hier bei knapp 40% und die Haut fühlt sich an wie Pergamentpapier…
Doch noch einmal nach Panama Stadt
Die letzten fünf Tage unserer Reise wollten wir etwas entspannen und hatten eine Wohnung auf der Insel Contadora gebucht.
Die Perleninseln sind eine Inselgruppe mit über 100 kleinen Inseln im Golf von Panama. Die wenigsten Inseln sind bewohnt. Wir fanden, dass das ideale Voraussetzungen für die letzten Urlaubstage waren. Komplett stressfrei also.
Den Stress hatten wir eher einige Tage vorher, als Marco bei seinen Recherchen feststellte, dass die Insel Contadora nur einmal am Tag von einer Fähre angefahren wird, und die Fähre legt am Morgen um 6:30 ab!!! Da stieg bei mir massiv der Stresspegel. Alle die mich kennen wissen es: ich bin kein Morgenmensch. Aber was auch noch erschwerend hinzu kam: wir mussten unplanmässig nun doch noch eine Nacht in Panama Stadt verbringen. Eigentlich war der Plan, dass wir in Panama nur kurz den Mietwagen zurückgeben und dann direkt weiter auf die Perleninseln reisen. Das ging ja nun mit diesen Fahrtzeiten nicht.
Also reisten wir an einem Dienstag von Santa Catalina nach Panama Stadt. Die Strecke zog sich massivst in die Länge und so waren wir fix und fertig, als wir endlich Panama erreichten. Und die Rush Hour hatte auch gerade ihren Höchststand erreicht:

Der Puente de las Americas ist die Autobrücke über den Panama-Kanal kurz vor Panama Stadt. Wir waren etwas überrascht, als uns dort auf der Überholspur Autos entgegen kamen, siehe obiges Foto. Was wir im ersten Moment grottenmässig gefährlich fanden, macht aber verkehrstechnisch absolut Sinn: man öffnet am Nachmittag und Abend die Überholspur des Gegenverkehrs und lässt die Autos schnell aus der Stadt hinausfahren und vermeidet damit den alltäglichen Verkehrskollaps.
Als wir endlich nach 6 Stunden Autofahrt in unserem Hotel in der Stadt ankamen, waren wir fix und fertig. Wir luden Gepäck und Kids ab und fuhren zu Budget, unserer Autovermietung. Dort erwarteten wir allergröbsten Ärger wegen der Schrammen und Löcher am Mietwagen. Und wurden nicht enttäuscht! Wir sollten 170 US Dollar zahlen, weil wir einen Unfall gehabt hatten, ihr erinnert euch sicher an den Truck in den Bergen von Boquete. Wir erklärten dem Angestellten, dass der Unfall ja nicht unsere Schuld war und wir ihn auch gar nicht hätten verhindern können. Der Angestellte liess nicht mit sich diskutieren. Wir haben die Konditionen mit der Unterschrift unter den Mietvertrag akzeptiert und nun isses so. Konditionen? Ach ja?
JA!!!
Der Angestellte zeigte uns einen Passus im Kleingedruckten. Das Kleingedruckte heisst ja im Volksmund so, weil es dermassen klein gedruckt ist, dass man es nur mit Sperberauge und kriminalistisch-juristischem Spürsinn finden kann. Also gar nichts für Leute jenseits der 50, deren Augenlinsen nicht mehr so gut fokussieren und die sich aber für eine Lesebrille noch zu jung finden
Der Angestellte drückte seinen Finger siegessicher auf eine Stelle im Text. Mit Sperberauge konnten wir tatsächlich etwas von 170 Dollar erkennen. Ich regte mich masslos auf. Mein Rechtsverständnis war bis anhin, dass man für einen Unfall oder eine Straftat nicht belangt werden kann, wenn man dieses nicht herbeigeführt hat. Das ist für mich juristische Willkür. Marco regte sich auch auf, versuchte aber einen anderen Weg. Wir hatten ja das Auto einen Tag zu früh zurückgebracht und da wäre es doch nett, wenn wir die Miete für diesen Tag zurückerstattet bekämen. Hmmm. Der Angestellte klapperte etwas auf der Computertastatur und blickte stirnrunzeln auf den Monitor. Dann rechnete er aus, dass wir das Auto sogar zwei Tage früher zurückgebracht haben. Okay, wenn er das so sagt, da wollen wir jetzt mal gar nicht lang diskutieren. Er rechnete die beiden Tagesmieten aus und dann gabs Bargeld auf die Hand.
Die 170 Dollar „Strafe“ mussten wir aber dennoch bezahlen. Steht ja auch so im Kleingedruckten
Nach so viel Stress brauchten wir dringend einen Apéro! Und da landeten wir, also Marco, im Paradies. Das Paradies hiess Beer House. Marco hat ja bezüglich Bier immer Beschaffungsstress, weil er nur alkoholfreies Bier trinkt und das gibt es nicht überall. Aber im Beer House erwarteten wir wenigstens eine kleine Auswahl. Wir fanden auf die Schnelle gar keines und fragten kurzerhand die Kassiererin. Und die führte Marco direkt ins Paradies:

Boah ey! Ein ganzer Kühlschrank voller alkoholfreier Biere! Jetzt aber!!! Die Qual der Wahl. Da kann man schon mal hektisch werden. Aber wir haben nur noch 5 Tage und kein Mietauto mehr. Also mehr als 6 Fläschli liegen wirklich nicht drin…
Zuhause im Hotel merkten wir dann, dass wir für die Kids gar kein Apéro gekauft hatten. Nei, was sind wir für Rabeneltern!!! Also gab Marco ihnen 10 Dollar und da sollten sie beim Chinesen vis-a-vis von unserem Hotel jeder ein Büchslein Coke kaufen. Ich überwachte die Aktion vom Fenster aus:

Und schon gab’s Apéro:

Las Perlas
Und schon am nächsten Morgen ging es in aller Herrgottsfrühe auf die Fähre zur Isla Contadora.

Wie ich eingangs schon geschrieben hatte, war die Idee, hier die letzten Tage noch einmal richtig zu chillen. Also kein Stress. Wir bezogen unsere Wohnung -die einzige bezahlbare Unterkunft auf dem ganzen Archipel- und machten erst einmal Kaffee.

Als erstes überraschte uns, dass offenbar das ganze Haus zum Verkauf steht. Na toll, dann wird hier in letzter Zeit wohl nicht viel investiert worden sein. Wir stellten dann auch einige gröbere Unzulänglichkeiten fest, zum Beispiel dass eine Klimaanlage nicht ging, es kein Klopapier hatte und der Lichtschalter für die Küche sich gut versteckt unter der Küchenbar befand. Für letzteres mussten wir beim Vermieter anfragen und der beschrieb uns dann, wo sich der Lichtschalter befindet. Aber das bautechnische Highlight der Wohnung – ach was sag ich, der ganzen Reise! – befand sich im Bad:

Also wir haben von dem Fenster vorsichtshalber die Finger gelassen, nicht dass wir noch für den Wiedereinbau des Fensters verantwortlich sind. Reicht schon, dass wir unser Auto vor zwei Wochen mit Klebstreifen reparieren mussten
Der nächste Schock traf uns – also besonders mich – im örtlichen „Supermarkt“. Also wir wissen ja mittlerweile, dass der Begriff „Supermarkt“ in den ländlichen Gebieten der Welt eher nicht so wörtlich zu nehmen ist. Aber was uns hier in diesem miesen Lädeli erwartete, schockierte uns doch alle, weil unsere kulinarische Versorgung davon abhing:

Innen sah es noch schlimmer aus. Es gab ausschliesslich Konserven und etwas Tiefkühlfleisch mit klar erkennbarem Gefrierbrand. Das Angebot war schlimmer als im Konsum in der DDR…
Also ich muss noch dazu erwähnen, dass dieser Mercado der einzige war, den es laut Google Maps auf der ganzen Insel gibt. Drum war die Aufregung entsprechend gross. Wir gingen dann eher aus Verzweiflung mal die Strasse noch einige Schritte weiter und fanden zu unserem grenzenlosen Glück einige weitere Lädeli mit deutlich besserem Angebot. Okay, wir würden in den nächsten 5 Tagen nicht verhungen.
Verdursten war da schon eher möglich. Nachdem wir uns kurz nach der Anreise gewundert hatten, warum der Kaffee plötzlich so übel schmeckt, stellte ich am Abend beim Duschen fest, dass das Duschwasser salzig ist. Na super! Jetzt wissen wir auch, warum die Läden hier scheinbar hauptsächlich Wasser in gröberen Gallonen im Angebot hatten. Auch wir schleppten in den nächsten Tagen literweise Wasser nach Hause, welches wir dann eben auch zum Kochen nehmen mussten.
Auch ausserhalb des Hauses lauerten Gefahren, wie hier diese Warnung auf dem Weg zum Strand ahnen lässt:

Was macht man auf den Perleninseln? Ganz klar: baden und schnorcheln. Hier ist es nämlich fast so schön wie auf den Malediven. Und weil ein Bild mehr sagt als Tausend Worte, zeige ich euch einfach mal die schönsten Impressionen. Also das kann ich euch jetzt leider nicht ersparen, da müsst ihr jetzt einfach mal durch:









Dem aufmerksamen Betrachter wird aufgefallen sein, dass wir an den Stränden immer alleine waren. Also ich musste mich da nicht etwa fototechnisch verrenken oder irgendetwas retuschieren oder so. Wir waren hier an den allermeisten Tagen und Stränden ganz alleine! Und das hatte Gründe, die ausnahmsweise mal nichts mit dem Wetter zu tun haben.
Lost Places
Liest man den Wikipedia-Eintrag zu den Perleninseln oder auch sonstige einschlägige Reiseliteratur, dann wird man über solche Formulierungen stolpern: Auf den größeren Inseln besteht eine gut ausgebaute Tourismus-Infrastruktur; die Inselgruppe ist ein beliebtes Reiseziel für Taucher. Außerdem wird sie häufig von Kreuzfahrtschiffen angefahren und von Urlaubsgästen, vorwiegend aus Nordamerika, frequentiert.
Und das ist alles Quatsch. Wir hatten uns im Vorfeld ja schon gewundert, dass es auf dem Archipel fast keine Hotels oder sonstige Unterkünfte gibt. Und das hat sich dann vor Ort auch bestätigt. Es gibt einige kleinere Hotels und dann genau unser Haus mit etwa 2 Mietwohnungen drin, das war’s!
Was es aber auf unserer Insel gab, das waren Lost Places. Wir sahen zwei grössere Ressorts, die seit einigen Jahren geschlossen waren und nun pittoresk vor sich hingammelten. Wir stolperten mehr oder weniger zufällig über diese verlassenen Hotelanlagen und wunderten uns sehr, dass sich niemand findet, der sie wieder in Betrieb nimmt. Nachfrage wäre auf jeden Fall vorhanden und dann würden sich die Übernachtungspreise vielleicht wieder normalisieren.









Etwas weiter nördlich, an der Playa Galeon, stolperten wir über das nächste verlassene Ressort. Da waren wir allerdings etwas überrascht, weil dieses Ressort noch auf Google Maps gelistet war und man es sogar noch buchen kann. Die letzte Bewertung war etwa 2 Jahre alt und das muss mal ein sehr schönes Ressort gewesen sein:



Wir schlichen da vorsichtig auf dem Grundstück herum, als es plötzlich ein Geschrei gab. Der Security – ganz in zivil (!) – war not amused, dass wir hier seine abendliche Sonnenuntergangs-Stimmung störten und eskortierte uns penetrant zurück zur Strasse.
Also machten wir unten am Strand in Ruhe Apéro, da war der Sonnenuntergang auch ganz hübsch:

Inselhüpfen
Nach einem ausgiebigen Schnorcheltag bei uns am Nackedei-Strand, fand Lorenzo, dass es langweilig ist, wenn wir jetzt noch zwei weitere Tage bei uns auf der Insel schnorcheln würden. Und auch Marco hatte schon mit der Idee geliebäugelt, mit dem Fischerboot auf eine der unbewohnten Nachbarinseln zu fahren und dort einen Robinson -Tag zu machen.
Nur: wo kriegt man ein Boot her???
Im Gegensatz zum Wikipedia-Eintrag sind die Perleninseln nämlich überhaupt nicht touristisch organisiert. Wir fanden keinerlei Werbebroschüren für Bootstouren, noch wurden wir von Fischern angesprochen. In meinem Reiseführer stand nur lapidar, dass man am Strand Fischer ansprechen soll. Also tigerten wir etwas an den Stränden herum und fanden genau Null Fischer. Wir sprachen wahllos einige Einheimische an und die verstanden entweder kein Englisch oder besassen kein Boot. Oder beides.
Am Nachmittag standen wir in unserem Supermarkt-Miniladen und kauften fürs Abendessen ein, als ein Deutscher daher kam und sämtliche Ananas wegkaufte. Er entschuldigte sich dann noch bei uns und meinte, dass es nur einmal in der Woche frisches Obst und Gemüse gibt und man da schnell sein muss. Und etwas egoistisch offenbar auch noch
Jedenfalls griff ich mir den grad mal – also verbal – und fragte ihn, ob er sich auf der Insel etwas auskennt. Naja, also er lebt einige Monate im Jahr hier, aber auskennen ist übertrieben. Neee, klar. Logisch! Also bohrte ich noch etwas tiefer und fragte, ob er wüsste, wo man ein Boot auf die Nachbarinseln herkriegt. Ah ja, das hat er auch schon gemacht, aber er lässt das immer über Freunde organisieren. Wenigstens konnte er ein paar Brocken Spanisch und da erklärte er der Kassiererin unser Problem. Sie meinte, dass sie Pedro anrufen könne, der hat ein Boot. Der Deutsche rief begeistert, dass das eben genau jener Pedro sei, der auch ihn immer zu den Inseln bringt. Der sei supi, mega zuverlässig und seriös! Den kann er empfehlen. Die Kassiererin telefonierte unterdessen schon mit Pedro und mit Hand und Fuss und Google Translator und Maps konnten wir den morgigen Tag irgendwie planen und fanden sogar noch den Preis heraus, wat willste mehr!!!
Am nächsten Morgen um 9 Uhr stand Pedro pünktlich wie ein Schweizer am vereinbarten Treffpunkt und schon knatterten wir über den Pazifik quer rüber zur minikleinen Isla Bartoleme:


Und schon tauchte unser Inseli am Horizont auf:

Pedro setzte uns auf der Insel aus und wir vereinbarten, dass er uns um halb 4 am Nachmittag wieder holen kommt. Marco schob dann noch nach, dass er das Geld erst kriegt, wenn er uns wieder zurückgebracht hat (don’t pay the ferryman, until… – musste ich grad an das Lied von Chris de Burgh denken: bezahl den Fährmann erst, wenn er dich übergesetzt hat, hihi!).

Wir waren am Morgen um halb 10 die zunächst die Einzigen auf der Insel und peilten erst einmal die Lage. Das geht am besten während einer Inselumrundung. Die dauerte inklusive gucken und staunen etwa 20 Minuten und dann waren wir wieder an unserem Sandstrand. Und – also es tut mir wirklich leid, aber die Fotos müsst ihr jetzt auch noch ertragen, aber ich mach es kurz, auch wenn es schwerfällt:





Aber auch das Paradies hat seine Tücken. Gleich als wir die Insel betraten, fiel uns dies hier auf:

Wir merkten dann aber schnell, dass der „Schnee“ gar nicht kalt war (positiv) und dafür aber stank wie ein Legionärsfurz in einer römischen Schildkrötenformation (negativ). Die Urheber der Sauerei waren auch schnell ausgemacht, taten aber so, als hätten sie NICHTS damit zu tun:

Und was macht man einen ganzen Tag auf einer einsamen Insel?
Ganz klar: hoffen dass niemand kommt und einem die Insel streitig macht, hehe!
Also im ernst: es kamen dann doch noch zwei Leute, aber die hielten es natürlich nicht so lange aus wie wir. Kein Stress.
Wir gingen inzischen baden:







Zum Schnorcheln ist zu sagen, dass wir in ganz Panama keine schönen Korallen gesehen haben. Also deswegen muss man nicht hier her kommen. Die schönsten Korallen gibt es am Roten Meer!
Was es in Panama aber gibt, sind unglaublich viele Fische. Offenbar essen die Einheimischen nicht gern Fisch, jedenfalls haben wir angesichts leckerer Thunfische bereut, die Angelhaken nicht mitgenommen zu haben.
Aber guckt ihr selbst:



















Und plötzlich war es halb vier und in der Ferne näherte sich ein Motorboot:


Übrigens war unser Bootsfahrer da hinten gar nicht Pedro selbst. Es hatte uns am Morgen schon informiert, dass Pedro sein Vater ist. Und Marco – er lernt immer noch fleissig Spanisch mit Duolingo – hat dann lachend gemeint, dass er hijo de Pedro ist (also der Sohn vom Pedro), was Sohn von Pedro lachend bestätigte. Und nun sitzt da hinten ja auch noch der Bub mit dem auffälligen roten T-Shirt und da hat Marco – Duolingo sei Dank! – sofort kombiniert, dass das hijo de hijo de Pedro sein muss. Bis auf den Bub (hijo de hijo!!!) im roten Shirt fanden es alle lustig
Isla Pacheca
Und weil das so ein toller Tag gewesen war, fragten wir den Pedro, also den hijo, ob er uns morgen auch wieder auf einer Insel aussetzen kann. Er empfahl uns die Isla Pacheca, gleich nebenan. Die ist zwar privat, aber die Strände sind in Panama immer öffentlich, und das sollte ja reichen. Und auch dieser Tag war wieder super. Wir machten, was man auf einer kleinen Insel so macht: bisschen schnorcheln, bisschen umherlaufen, die Jungs machten ein Feuer – wir sind mit wenig zufrieden
Der allerletzte Tag
Am letzten Tag – die Fähre ging erst um 3 am Nachmittag – gingen wir noch einmal zu unserem Nackedeistrand und hingen da etwas. Lorenzo und ich suchten Rochen. Und fanden welche:

Diese Rochen waren Marco und mir schon am ersten Tag hier aufgefallen. Es handelt sich um Kuhnasenrochen, die häufig in Gruppen von mehreren Individuen auftreten. Marco zählte ein Mal über 20 dieser Rochen. Es sieht dann immer aus wie Vögel, die in einer Formation fliegen.


Ganz zum Schluss entdeckten wir noch ein Tiefkühltruhe am Boden. Und da ist ja dann immer spannend zu wissen, was sich so darin befindet:

Die Heimreise
Im Gegensatz zur Anreise verlief die Heimreise völlig unspektakulär. Und wir verstehen auch eher gar nicht, warum Koffer immer bei der Anreise verloren gehen, nie bei der Heimreise. Ich meine, es wäre ja überhaupt nicht schlimm, wenn die dreckige Wäsche einige Tage später erst anreist, weil der Koffer beispielsweise beschlossen hat, noch einige Tage in Madrid zu verweilen. Also ganz ehrlich, das würde sogar Stress rausnehmen: man müsste die Wäsche dann erst nach Abklingen des Jetlags erledigen
Am letzten Abend gingen Marco und ich noch eins Trinken in einem kleinen Hotel in unserer Nähe. Mir waren dort tagsüber immer einige Amerikaner aufgefallen, die am Morgen um 9 schon mit Bierbüchsen und lauter Musik herumsassen und ich ging davon aus, dass hier am Abend der Bär steppt. Aber weit gefehlt! Die alkoholisierten Amis hatten sich offenbar tagsüber schon total verausgabt, jedenfalls sassen wir ab um 10 Uhr alleine auf der Veranda und rund um uns waren die Lichter bereits gelöscht.

Und schon waren wir auf der Fähre zurück nach Panama Stadt. Es dauerte auch nicht lang, bis die Skyline der Stadt über dem Meer auftauchte:

Beim Erstellen dieses Fotos wäre ich übrigens beinahe über Board gegangen. Ich hatte mich gegen die Türklappe der Reling gelehnt und die ging plötzlich auf. Ein Riesengeschrei, helle Aufregung und anschliessend wurde die Tür mit einem Seil zusätzlich gesichert. Das war knapp!
Also ging ich auf die linke Seite des Bootes (Backboard!) und dort konnte man die Einfahrt zum Panama-Kanal sehen. Da stauen sich immer recht viele grosse Schiffe davor:

Und schon waren wir wieder auf dem Festland und da befindet sich das meistfotografierte Sujet Panamas und da konnten wir irgendwie auch nicht widerstehen:

Beim Umdrehen fiel mir ein Kleinbus auf, also in erster Linie, weil er unglaublich laute Musik hatte und dann fiel mir noch dessen Nummernschild auf:

Bei der Gelegenheit sollte ich vielleicht erwähnen, dass Autos in Panama generell nur EIN Nummernschlid haben und das klemmt hinten am Auto. Die allermeisten Fahrzeuge fahren vorn ohne Nummernschild oder sie haben dann so ein Gaga-Schild mit Sprüchen vorne dran. Ich habe dann mal den Pascal gefragt, warum die Autos in Panama vorn kein Kennzeichen haben. Die lapidare Antwort war: „Braucht es nicht“. Okay, hat er eigentlich recht.
Und schon waren wir am Flughafen. Und da wussten wir ja noch vom Herflug aus leidvoller Erfahrung, dass wir fast verhungert wären. Es gab auf dem 11-Stunden-Flug (AirEuropa! Never ever!!!) nur ein mickriges Abendessen und zum Frühstück gar nichts mehr. Also wir sind da jetzt nicht verhungert oder so. Aber stellt euch vor, ihr kommt ausgehungert in einem Land an, das ihr nicht kennt und steht mit knurrendem Magen auf dem Flughafen und die Koffer sind auch nicht alle da, also das war wirklich etwas grenzwertig. Und damit sich solche Zustände nicht wiederholen, gingen wir nach dem Checkin einen fetten Burger essen:

Dem aufmerksamen Betrachter wird die komische Bräune in Marco’s Gesicht aufgefallen sein. Und wenn ich ehrlich bin, hab ich genau die gleiche komische Färbung – sieht man hier nur nicht so gut. Also das ist NICHT von der Skibrille, gell. Das sind die Ränder der Taucherbrille. So müssen wir jetzt noch paar Tage in der Schweiz herumlaufen und zum Glück ist grad Skisaison und da kommt niemand auf die Idee, komische Fragen zu stellen
Und Panama?
Jetzt fragt ihr euch sicher, wie wir Panama so generell fanden, als Reiseland. Ob es uns gefallen hat, ob wir wieder dahin reisen würden. Also ich sag es mal so: Auf einer Skala von 0 bis 10 würde ich jetzt mal so spontan eine 8,5 vergeben. Abstriche gab es vor allem beim Wetter (auf Reisen sehr wichtig!) und bei den Preisen. Denn eines sollte man über Panama unbedingt wissen, wenn man da hinfahren will: Panama ist überhaupt kein billiges Reiseland. Durch eine umsichtige Wirtschafts- und Einwanderungspolitik und natürlich durch den Betrieb und die Einnahmen des Panama-Kanals, ist Panama ein reiches Land und den Einwohnern geht es sehr gut. Die Kriminalitätsrate ist entsprechend sehr tief. Man kann locker auch als Frau alleine da herumreisen, alles kein Problem. Dafür kostet alles bisschen mehr…
Krankheiten gibt es auch kaum. Malaria und Denque werden regelmässig bekämpft. Man ist da offenbar noch immer etwas traumatisiert von den vielen Todesfällen beim Bau des Kanals vor über 100 Jahren. Seit man weiss, dass die Mücken die Krankheiten übertragen, wird offenbar massiv dagegen vorgegangen. Wir hatten dann auch eher Probleme mit so kleinen schwarzen Fliegen, die lästig juckende Stiche hinterlassen. An den letzten Stichen laborieren wir immer noch…
Noch kurz zu den Menschen. Also da sind wir schlicht begeistert. Panama ist ja ein Schmelztiegel der verschiedensten Menschen und Kulturen. Indigene, Europäer, Schwarzafrikaner und neuerdings auch Chinesen, leben friedlich nebeneinander. Alle sind wahnsinnig freundlich und entspannt, aber nicht so langschämelig und unpünktlich, wie man das sonst aus „entspannten“ Ländern kennt. Und überhapt waren die Panamaer immer sehr pünktlich und zuverlässig. Und zum Glück sind sie überhaupt nicht aufdringlich. Also auch in den eher ärmeren, ländlichen Gebieten wurden wir nie von Leuten angeschwatzt oder uns etwa aufgenötigt. Das fanden wir sehr angenehm!
Als Tourist ist es in Panama manchmal etwas schwierig, die touristischen Attraktionen zu finden. Also man muss es etwas suchen und selbst dann stolpert man oft nur so aus Versehen darauf, wie zum Beispiel unser spontanes Erlebnis mit den 117 Schildkröten auf Azuero. Und Spanischkenntnisse sind absolut ein Vorteil, wenn nicht sogar Bedingung. Wir haben uns eher so mit Französisch/Italienisch und Marco mit Duolingo durchgeschummelt. Es ging, aber mit Spanisch wäre es einfacher gewesen. Selbst die Expats sprechen in Panama kein Englisch. Wir haben Franzosen und Italiener getroffen, die schon lang hier leben und da waren wir froh, die jeweilige Landessprache einigermassen zu können.
Also Panama ist als Reiseland noch ein kleines Abenteuer und es ist bis auf wenige Hotspots quasi touristenfrei. Auch Kreuzfahrtschiffe haben wir in den 3 Wochen hier nicht gesehen, und laut Reiseführer fahren die ja hier massenweise herum. Wo genau??? Also wem das Nachbarland Costa Rica beispielsweise zu ausgelatscht ist, der wird sich in Panama pudelwohl fühlen.
Zum Wetter hatte ich mich ja schon geäussert.
Ach ja: der superteure Kaffee! Ich hatte ja mal erwähnt, dass es in Panama den teuersten Kaffee der Welt gibt und dass Marco ausgerechnet den gekauft hat. So sieht er aus:

Und so schmeckt er: * * *
Also mir hat er geschmeckt, aber jetzt nicht sooooo gut, dass ich da ein Vermögen dafür ausgeben würde. Marco war gar nicht begeistert. Er nahm dann immer seinen 3-Dollar-Supermarkt-Kaffee und schwörte Stein und Bein, dass der vieeeel besser schmeckt als der schickimicki-Geisha-Kaffee! Naja, ist halt immer Geschmackssache.
So! Und damit beendet ich das Thema Panama. Falls jemand noch Fragen oder Anmerkungen hat, also da könnt ihr ungeniert hier die Kommentarfunktion nutzen. Los jetzt! Traut euch!!!
Und tschüss!
16. Januar 2025 um 19:24
Liebe Frau Rocchi.
Wow, dieser Beitrag hat mich total gepackt! Super Arbeit!
Ich bin begeistert von Ihrem Blog! Dieser letzte Beitrag ist ein weiteres Beispiel dafür,
wie informativ und unterhaltsam Ihre Beiträge sind.
Vielen Dank für diesen spannenden und gut recherchierten Bericht.
Die Fotos sind einfach wunderschön. Die Stimmung auf den Fotos ist unglaublich!
Ihr habt einen tollen Blick für Details (-;
Liebe Grüsse
Fam. R.Arn